Sunday, November 29, 2009

Peinlich!

Sorry, aber ich muss mir diesen Frust von der Seele schreiben. Wenn auch nur in vier Sätzen.

Die Annahme der Anti-Minarett-Initiative ist peinlich! Und eigentlich ein Grund, vorerst nicht in die Schweiz zurückzukehren...

19 comments:

Marius said...

Du hast Dich dafür entschieden, mit Deiner Familie einer korrupten Diktatur zu dienen. Das ist Deine Sache, ich respektiere es.

Da Du die Demokratie in der Schweiz nicht (mehr?) respektierst, solltest Du wirklich nicht in die Schweiz zurückkehren. Ich hoffe, dass Dich die wirtschaftliche Situation nicht dazu zwingt, wieder in einer Demokratie zu leben. Ob jemand Demokrat ist, zeigt sich jeweils, wenn er nicht zu den Abstimmungsgewinnern zählt. Du bist offensichtlich kein Demokrat.

Eppler Family said...

@Marius: Du täuscht dich gleich doppelt: Wohl basieren die VAE nicht auf demokratischer Basis, sie deswegen als "korrupte Diktatur" abzustrafen, ist jedoch fern jeglicher objektiver Betrachtung.

Ebenso falsch ist die Aussage, ich würde die Demokratie in der Schweiz nicht respektieren. Man kann nämlich einen Entscheid auch akzeptieren, obwohl man die Meinung nicht teilt.

farbfotos.ch said...

ich finde es nicht nur peinlich, es ist sehr, sehr traurig. einfach nur traurig.
unsere schweiz hat solche ablehnungen und initiativen nicht verdient. wir wollen ja besser sein als der rest der welt ... !
mit der annahme solcher initiativen sind wir das sicher nicht ...!
ich bin gespannt auf das, was noch passieren wird ...! folgen wird es sicher haben, man verletzt die menschenwürde anderer nicht ungestraft!

Crowi said...

Gesiegt haben hier:

Dummheit, Doofheit, Ungebildetheit, Unvermögen, Dinge differenziert zu betrachten und nicht in einen Topf zu werfen, Ängstlichkeit, Scheuklappenmentalität, Füdlibürgertum, Propaganda.

Gesiegt haben Slogans, und eine Mehrheit, welche man auf deren Leim kriechen lassen kann.

Das ist halt Demokratie. Auch sie hat ihre Schattenseiten. Damit muss man leben.

Anonymous said...

Seit über einem Jahr lese ich jetzt schon mit grosser Freude ihren Blog, und möchte ihnen hier dafür einmal Dank sagen.

Doch in diesem Punkt bin ich leider komplett anderer Meinung. Ich bin froh das dass Schweiz Stimmvolk den Mut hatte die Initiative anzunehmen.

Nach dem ganzen Theater um Gaddafi und darum das muslimische Mädchen trotz Bundesgerichtsentscheid den Schwimmuntericht nicht besuchen wollten haben wir hier endlich einmal ein klares Zeichen des Schweizer Stimmvolkes.

Wisst ihr noch was der türkische Ministerpräsident vor ein paar Jahren einmal gesagt hat? Sätze a là "Demokratie ist nur ein Zug auf dem wir fahren bis wir am Ziel sind" und "Die Minarette sind unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme, Moscheen unsere Kasernen und die Gläubigen unsere Armee". Angeblich hat er nur einen bekannten türkischen Dichter zitiert . . . Jaja, persönlich war er natürlich komplett anderer Meinung, darum hat er diese Sätze ja auch ausgesprochen . . .

Ich als 17 Jähriger Schweizer habe mehrere gut integrierte Moslems als Freunde. Doch auch die begrüssen das Minarett verbot in der Schweiz. Als Moslems wussten diese Freunde genau, das die Minarette nur ein kleiner Punkt auf der Wunschliste der streng gläubigen Muslime sind, und das sind bei dieser Religion, im Gegensatz zum Christentum, die meisten. Ich bin überzeugt, wenn wir die Minarette nicht verboten hätten, würden in 10-15 Jahren jeden Morgen um 5:00 die ersten Gebetsrufe ertönen.
Wegen dieser Abstimmung schauen jetzt alle Länder auf die Schweiz - und bewundern sie.
Ich hoffe das jetzt wegen dieser Abstimmung keinen Streit in diesem Blog ausbricht, und sie weiterhin ihren sehr gelungenen Blog wie anhin weiterführen. In der Schweiz herrscht ja Meinungsfreiheit, hier darf jeder seine eigene Meinung haben, und das ist auch gut so.

Trotzdem habe ich mich entschieden bei der veröffentlichung dieses Kommentares anonym zu bleiben. Bitte akzeptiert das.

Konsi said...

Hoi Dide,

kann mich Deinem Aerger nur voll und ganz anschliessen. Hab heute (abstimmungsmässig) voll und ganz aufs Dach bekommen.
Geniess die Wärme!

Severin said...

Ich frage mich bei solchen Gelegenheiten jeweils ob gewisse, vorläufig emigrierte, Piloten weitweg ein Zimmer anzubieten haben.

Die Annahme ist äussert peinlich, wenn nicht sogar beklemmend... Die Schweiz hat sich heute wieder einmal von ihrer rotesten Seite gezeigt, welch Schande.
Sich in solchen Situationen den Frust von der Seele zu schreiben kann nur gesund sein.

Eppler Family said...

Liebe politisch engagierte KommentarschreiberInnen,

Nein, wir werden mit Sicherheit keinen Streit vom Zaun reissen. Doch wie "Anonymous" richtig konstatiert, herrscht in der Schweiz Meinungsfreiheit. Jeder soll und darf sagen und schreiben, was er oder sie denkt. Immer vorausgesetzt, dass der Respekt für anders Denkende gewahrt wird!

Natürlich sprechen mir "farbfotos" und "crowi" aus dem Herzen. Und "Konsi" tut mir leid, weil er politisch eins aufs Dach gekriegt hat. Dem "Severin" würde ich gerne ein Zimmer anbieten, allerdings haben sich für die nächste Zukunft bereits andere Gäste angemeldet...

Imponiert haben mir die Äusserungen von "Anonymous", auch wenn das einige Leser überraschen mag. Auch wenn ich politisch völlig anderer Meinung bin, so bewundere ich seinen Mut, die Meinung offen, ehrlich und sachlich darzulegen. Leider irrt er in der Annahme, dass nun die ganze Welt die Schweiz bewundern würde. Gestern Abend noch, im Hotelzimmer in Paris, musste ich mir auf CNN sehr kritische Kommentare anhören. Heute morgen dann, nach der Landung in Abu Dhabi, wurde die Meldung in den Nachrichten diverser Radios verbreitet. Und auf der Frontseite der "Gulf News" steht geschrieben: "It (the decision) is also a huge embarrassment for the neutral government". Und weiter: "The United Nations watchdog had also voiced concerns...".

Nein, lieber "Anonymous" - die Schweiz darf mit einigen Reaktionen rechnen. Allerdings nicht unbedingt mit Bewunderung.

Liebe Grüsse

nff said...

Dide du hast recht.

Ich mache mir wirklich Sorgen um dieses Land. Wir isolieren uns wie Idioten, wir verhalten uns wie Idioten und wundern uns, dass wir wie Idioten behandelt werden.

Anonymous said...

Auch ich möchte an dieser Stelle gebrauch des Rechts der freien Meinungsäusserung machen und meine 2 cents beitragen.

In Deutschland hatten wir eine ähnliche Debatte wegen des Kopftuchverbotes (als Lehrerin an öffentlichen Schulen), sowie auch die Kurzifixproblemtik.
Mein Standpunkt hierzu ist, ein jeder sollte von seiner Religionsfreiheit sowie der Ausübung seiner Religion nicht beeinträchtigt werden solange er dadurch einen anderen nicht beeinträchtigt (dies gilt für alle Seiten).
Inwiefern das Minarett Votum jetzt damit kolidiert muss jeder selbst für sich bewerten.

Ich persönlich würde auch dagegen stimmen, da den Christen im Abendland auch nicht das Recht eingeräumt wird ihre Kirchen nach ihren Vorstellungen zu bauen, wenn ihnen überhaupt das Recht eingeräumt wird.

Das dass Minarett Votum von den rechten iniziert wurde und jetzt von ihnen politisch ausgeschlachtet wird ist traurig, aber man sollt ihnen nicht die Chance geben sich in der Öffentlichkeit damit zu brüsten.

Die Schweiz ist meiner Ansicht nach ein sehr tolerantes, multikulturelles und auch offens Land und hat es nicht verdient in der Weltöffentlichkeit so behandelt zu werden.
Die Integration der Immigranten scheint mir als Beobachter wesentlich besser gelungen zu sein als in den Nachbarländern wie Deutschland/Frankreich und Österreich.

M.f.G.
DeK

P.s. Ich identifiziere mich mit keiner Religion

Robin said...

Für mich ist das Resultat eine Enttäuschung. Es löst keine Probleme im Gegenteil es schafft neue.

skypointer said...

Als liberal denkender Mensch ist auch mir dieses Abstimmungsresultat ein Gräuel.

Was mir aber mindestens so sehr auf den Geist geht ist die Doppelmoral der arabisch-muslimischen Welt. Schon die Anschläge von 9/11 wurden nur halbherzig verurteilt und noch immer geht der grösste Teil der Terroranschläge auf das Konto islamistischer Extremisten. Die Empörung der muslimischen Welt hält sich dabei in Grenzen.

Regelmässig profilieren sich islamische Staaten, wie Nigeria, Saudiarabien und Iran, als die intolerantesten dieser Welt. Proteste aus arabischen oder anderen muslimischen Staaten bleiben dabei aus.

Auch Despoten wie Omar al-Baschir im Sudan oder Qadhafi in Lybien müssen sich nicht vor Kritik aus ihren muslimischen Bruderstaaten fürchten. Ihr eigener Machterhalt geht den absolutistischen Herrschern der muslimischen Welt weit über Ethik.

An das Einhalten der Grundsätzte, auf deren Basis der Schweizer Volksentscheid (zurecht) kritisiert wird, denkt man dabei in muslimischen Staaten meist nicht mal im Traum.

Damit vergibt man sich nicht nur die moralische Grundlage das Minarettverbot zu kritisieren, sondern die muslimeische Welt muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die besten Wahlhelfer Europas nationalistischer Kreise zu sein. Oder anders ausgedrückt: ohne Qadhaffis menschenverachtendes, völkerrechtwidriges und idiotisches Benehmen wäre diese Abstimmung wohl anders verlaufen!

Das soll keine Entschuldigung sein. Die braucht es allerdings auch nicht. Die Sache wird wohl an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergezogen. Dort enscheidet sich dann, ob das Minarettverbot rechtens ist oder nicht. Ich vertraue darauf, dass sich die Schweiz, falls nötig, diesem Urteil beugen wird.

PS: In der Arabischen Welt gibt es natürlich keine vergleichbare Institution. Warum auch, wenn die Menschenrechte ja eh nicht gelten...

Eppler Family said...

Anonymous und skypointer bringen interessante Punkte auf: Das Verbot etwa, in Arabischen Ländern Kirchen zu bauen oder die Doppelmoral gewisser muslimischer Kreise.
Da haben sie mit Sicherheit Recht, es handelt sich hier um höchst zweifelhafte, mitunter verwerfliche Einstellungen einer im europäischen Raum rasant wachsenden Religionsgruppe. Solch radikales und intolerantes Verhalten löst Skepsis und Angst aus und wirft zahlreiche Fragen auf. Etwa jene nach dem Umgang der westlichen Welt mit dieser „Bedrohung“.

Dabei mag vielerorts völlig vergessen gehen, wie vielfältig sich die Arabische Kultur präsentiert. Ein Araber aus dem Maghreb ist kaum zu vergleichen mit einem Saudi. Die (Arabische) Sprache ist so unterschiedlich wie das Verhalten in der Sippe oder das religiöse Verständnis. Und ich würde an dieser Stelle so weit gehen und behaupten, dass die meisten Schweizer den Begriff „Muslim“ auf wenige Symbole oder Verhaltensweisen reduzieren: Burka, Kandoora, Islam, Extremismus oder gar Terrorismus. Kolportiert von einschlägigen Medienberichten, im Vorfeld einer solchen Abstimmung angeheizt durch clevere Politslogans.

Und genau hier liegt eben jene Krux, die mir persönlich in diesem Fall zu schaffen macht. Ich bilde mir ein, wir Schweizer wären ein Volk von kultivierten, überlegt und unabhängig denkenden toleranten Menschen. Die Annahme der Anti-Minarett-Initiative indes hat mich eines anderen belehrt. In Anlehnung an plakative Zuordnungen leidet die Differenzierung. Und weil sich der Qadhafi so unflätig benimmt, wischen wir allen in unserem Lande lebenden Muslimen kräftig eins aus. Steine werfen statt Grösse zeigen. Ich bin sicher, der nächste Brocken kommt schon bald geflogen.

Ich gebe zu, meine Frustration ist nicht in erster Linie eine politische, sondern eine menschliche. Letztlich bleibt die bittere Erkenntnis: Wir sind eben auch nicht besser als andere.

skypointer said...

Dide, Du scheinst mir ein bisschen zu viel in der Welt herum gekommen zu sein! Sonst hättest Du nicht den Eindruck gehabt, der Durchschnittsschweizer sei so weltgewandt, dass er differenziert zwischen den verschiedenen muslimischen Strömungen und Kulturen unterscheiden kann.

Selbst Leute, die gerne in der Welt herum reisen, bewegen sich oft nur von einem Koni Resort zum anderen. Von Land und Leuten kriegen sie wenig bis gar nichts mit.

Ich erinnere mich noch gut an einen Sonntag Abend während des Hajj, als ich in der Lobby des Jebel Ali meinen Tee schlürfte. Eine am selben Tag angekommene Schweizer Reisegruppe beklagte sich lautstark darüber, dass nichts los sei. Der allgemeine Konsens war, dies liege daran, dass am Sonntag(!) eben alles geschlossen sei. Selig sind die geistig armen!

Ein Schächentaler Bergbauer versteht nicht mehr vom Islam als ein pakistanischer Wanderarbeiter vom Christentum. Da verfangen eben populistische Parolen besser als kultivierte, überlegt und unabhängig denkende Toleranz. Falls all die Fremdwörter überhaupt verstanden werden...

Direkte Demokratie überfordert manchmal die Bevölkerung. Deshalb erreichen immer wieder Verfassungs- oder Menschenrechtswidrige Vorlagen das nötige Quorum für Initiativen. Diesee Vorlagen sollten eigentlich gar nicht zur Abstimmung zugelassen werden. Leider war Parlament und Bundesrat schon wiederholt zu feige sich entsprechend zu exponieren.

Trotzdem ziehe ich unsere direkte Demokratie den absolutistischen Herrschern der arabischen Welt jederzeit vor. Nicht zuletzt weil die gröbsten Fehlentscheide hier vor Gericht angefochten werden können.

Anonymous said...

Zuerst einmal möchte ich euch dafür danken, dass man hier sachlich diskutieren kann, auch wenn man anderer Meinung ist.

Ich muss zugeben, dass ich mit der Aussage das die anderen Länder die Schweiz jetzt bewundern, in meiner Euphorie nach dem für mich völlig überraschenden Ausgang der Abstimmung, ein wenig übertrieben habe. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass diese Aussage doch nicht so ganz falsch ist.

Die erste Reaktion der Bevölkerung aus unseren Nachbarländern ist durchaus positiv. Verschiedene Online Nachrichten Portale haben Umfragen zum Thema eröffnet, bis jetzt zeigen die Ergebnisse klar das vor allem die deutschen auch mehrheitlich für ein Minarettverbot wären. Ich weiss das solche Umfragen nicht repräsentativ sind, dennoch möchte ich hier zwei Seiten erwähnen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5382070/Sind-wir-eigentlich-auch-Schweizer.html

http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/01/7-wahrheiten-ueber-den-islam/nach-minarett-verbot-in-der-schweiz.html (ich kenne das Niveau der Bildzeitung, aber trotzdem dürfen die meisten die hier abgestimmt haben in Deutschland wählen, deshalb finde ich den Link hier berechtigt)

Die Resultate sieht man nachdem man selbst abgestimmt hat, zum Zeitpunkt als ich diesen Beitrag schrieb sind bei beiden Umfragen jeweils ca. 85% für ein Minarettverbot.

Wir müssen uns noch ein wenig gedulden, bis jetzt haben hauptsächlich die Medien aus den verschiedenen Ländern reagiert, und (noch) nicht die Länder selbst.

Hier noch ein lesenswerter Hintergrundtext der Onlineausgabe der bekannten deutschen Zeitung „Die Welt“ über das Thema Minarettverbot: http://www.welt.de/politik/deutschland/article5376864/Einer-muss-den-Anfang-machen.html

Ich weiss, dass die Mehrheit hier deutlich gegen das Verbot ist. Doch bitte vergesst eure Vorurteile und überlegt euch die folgende Frage bitte objektiv:

Hat irgendein Gericht das Recht, einen durch direkte Demokratie eines souveränen Volkes bestimmten Entscheid für ungültig zu erklären?

Egal ob es jetzt unser Bundesgericht oder der europäische Gerichtshof ist, meine Meinung ist klar, der durch direkte Demokratische Abstimmung entstandene Entscheid eines souveränen Volkes ist zu akzeptieren.

Persönlich finde ich die ganze Diskussion um die Rechtsmässigkeit des Minarettverbotes und die letzte Aussage aus Skypointers Beitrag sehr bedenklich.

Dominic (Dank der Meinungsfreiheit in diesem Blog jetzt nicht mehr Anonym)

P.S: Entschuldigung das ich nicht auf alle Beiträge eingehen konnte, ich habe momentan schlicht keine Zeit (01:23 Schweizer Zeit).

skypointer said...

Dominic, der Vergleich, der jetzt kommt ist etwas krass, aber zeigt deutlich, wie falsch Deine Einschätzung ist:

Nach Deiner Logik wäre der Genozid im 2. Welkrieg akzeptabel gewesen, wäre er durch eine Volksabstimmung legitimiert worden. Hitler wurde 1933 demokratisch gewählt und ich bin mir nicht sicher, ob auf dem Höhepunkt des Nationalsozialismus eine solche Vorlage nicht sogar angenommen worden wäre.

Da wir in der Schweiz zu unserer Verfassung und zu den Menschenrechten stehen, müssen Gerichte im zweifelsfall das letzte Wort haben können! Volksebtscheid hin oder her.

Severin said...

es gäbe wohl nichts törichteres als den Entscheid des Volkes über alles zu stellen. Gottlob haben wir diese Zeiten hinter uns gelassen und akzeptieren ein gültiges und verlässliches Rechtssystem.
Es ist deshalb von höchster Bedeutung, dass diese Initiative seitens der EU und des internationalen Gerichtshof für ungültig erklärt wird, und dass die Schweiz diesen Entscheid akzeptiert.
Die Herausforderung die der Regierung gestellt wurde ist es, nun eine Lösung zu finden, die rechtlich akzeptabel ist und die sich der, offensichtlich vorhandenen, Problematik annimt.

Würde die Initiative trotz all den rechtlichen Verstössen von der Regierung umgesetzt sehe ich für die Schweiz dunkle Wolken am Horizont hochkommen.

Eppler Family said...

Wer soll denn nun das letzte Wort haben? Das Volk oder die Gerichte? Wie unabhängig urteilt die „Vox populi“, oder wie befangen agieren die Richter? Ich könnte die Frage auch umkehren, und damit andere Vorzeichen suggerieren.
Die Bundesversammlung hat laut Bundesverfassung Initiativen für ungültig zu erklären, die „zwingende Bestimmungen“ des Völkerrechts verletzen. Auch wenn die Anti-Minarett-Initiative nicht zur besagten Kategorie zählt, zeigt sich in dieser Bestimmung eine Grundtendenz; Ungezügelte Freiheit gibt es auch für das Volk nicht!

Nach einigen Recherchen bin ich unter anderem auf folgenden empfehlenswerten NZZ-Beitrag gestossen:
http://www.geser.net/gesleh/hs08dem/cs_volk_oder_richter.html

Zum Schluss noch eine Randbemerkung: Mit lediglich vier Sätzen habe ich 17 Kommentare ausgelöst. So viele, wie nie zuvor in drei Jahren.

Entweder sind meine Beiträge zu zu wenig politisch, oder ganz einfach zu lang...

giuliano said...

Auch fuer mich war der Abstimmungssonntag ein Riesenfrust; gluecklicherweise bin ich "voruebergehend" ausgewandert. Vielleicht muss ich noch laenger bleiben...

In Abu Dhabi (und auch anderen islamischen Laendern) gibt es Kirchen; die Glaeubigen koennen da ihrer Religion ziemlich frei nachgehen, auch wenn Kirchtuerme unerwuenscht sind. Anders in Saudiarabien: da sind die Christen in den Untergrund verstossen. Es gibt aber auch keine Verfassung, die die Religionsfreiheit garantiert.

Im elektronischen Tagi habe ich ein paar Kommentare von Muslimen (gleichzeitig aber auch Schweizern!) gelesen, die sehr bedenkenswert sind: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schweizer-Muslime-sind-wuetend-enttaeuscht-und-vor-den-Kopf-gestossen/story/12375162.