Wednesday, July 22, 2009

Fuchsjagd

Während in Europa mehrheitlich der Rotfuchs bejagt wird, sind dem versierten Jäger auch andere Varianten dieser Leidenschaft bekannt. Insbesondere die innovativen Helvetier bieten eine amüsante Form der Fuchsjagd, die Jung und Alt gleichermassen in den Bann zu ziehen vermag.
Dass das Jagen zu den Urinstinkten des Homo Sapiens gehört, ist nicht neu. Besonders das männliche Geschlecht neigt vermehrt zur exzessiven Pirsch, während die holde Weiblichkeit erwiesenermassen eher der Sammlerei frönt. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gut und gerne an eine entsprechende Theatervorführung vor vielen Jahren, bei welcher der Darsteller unter dem Pseudonym „Caveman“ den gesamten Abend über diese Leidenschaften parlierte. Dabei liess er keine Macke aus, mockierte sich über das gockelhafte Balzverhalten des Mannes ebenso, wie über die feminine Sammelwut. „Caveman“ treibt übrigens auch heute noch sein Unwesen. Die zeitlose Struktur unserer Geschlechter-Gene wird seinem Spektakel wohl noch über lange Zeit zu gut besuchten Auftritten verhelfen.

Der „Foxtrail“ kommt ohne Bühne aus. Bei dieser raffiniert angelegten „Schnitzeljagd“ rücken die Gene in den Hintergrund. Erstaunlicherweise auch das Alter der Teilnehmer. Die „Jäger“ folgen dabei der Spur eines imaginären Fuchses, den sie natürlich – den Tierschutz wirds freuen – nie vor die ebenfalls imaginäre Flinte kriegen. Gejagt wird mit Hirn und Verstand. Die Spannung liegt in der Auflösung der Postenrätsel.
Wir geniessen die landschaftliche Vielfalt, die kräftigen Farben, die intensiven Gerüche dieses angenehmen Sommertages. Dies im Bewusstsein, dass in Abu Dhabi die Luft derweilen bei 45 Grad regelrecht flimmert. Die Route lässt uns anfänglich mit dem Bus verschieben. Dann kraxeln wir den Berg hoch. Ich, der Anti-Wanderer, im Schlepptau von Familie und Verwandten. Ein ständiges Kitzeln in der Nase erinnert mich an frühere Heuschnupfen-Zeiten. Derweil meine Frau mit ihrer Höhenangst kämpft, und bei der Überquerung der wild zischenden und sprudelnden Kander etwas verkrampft in die Kamera lächelt.
Nur wem es gelingt, die verschlüsselten Hinweise richtig zu „deuten“, findet den Weg zum nächsten Posten. Nach ungefähr vier Stunden und 22 kniffligen Aufgaben laufen wir – körperlich und geistig ausgewunden wie die Velo-Cracks nach einer Alpenetappe der Tour de France – im Ziel ein. Wir haben richtig gerechnet, logisch kombiniert und sind stets in die richtige Himmelsrichtung marschiert. Wir habens geschafft, ohne die Hilfe der Hotline in Anspruch zu nehmen! Kunststück – vier vorwitzige Jugendliche haben uns Erwachsenen den Weg – und damit den (Spurenleser)Meister – gezeigt. Und die Grossen haben die abschliessende Erfrischung berappt: Weisswein, Latte Macchiato und Eistee. Eine Teamleistung für die Lehrbücher.

























































































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